Medienzeit-Regeln nach Alter: Orientierung und Umsetzung
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, jedes Kind und jede Familie ist anders. Es gibt aber Orientierungswerte, die helfen, eine erste Regel zu finden.
Orientierungswerte (Stand Oktober 2026)
Die Initiative SCHAU HIN! nennt folgende Richtwerte für Bildschirmzeit in der Freizeit:
| Alter | Orientierung laut SCHAU HIN! |
|---|---|
| bis 5 Jahre | höchstens eine halbe Stunde am Tag |
| 6 bis 9 Jahre | bis zu eine Stunde am Tag |
| ab 10 Jahre | Wochenkontingent: eine Stunde pro Lebensjahr pro Woche |
Auch das Infoportal kindergesundheit-info.de der BZgA (heute BIÖG) gibt Orientierung. Die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle und Fassung leicht, zum Beispiel bei Grundschulkindern. Außerdem empfehlen die Fachstellen, Bildschirme nicht während der Mahlzeiten und etwa eine Stunde vor dem Schlafen zu nutzen. Prüft bitte die aktuellen Angaben auf den Seiten selbst, bevor ihr eine Regel festlegt.
Vom Richtwert zur Regel: ein Rechenbeispiel
Nehmen wir ein Kind mit 10 Jahren. Das Kontingent liegt bei 10 Stunden pro Woche. Legt ihr ein Token auf 30 Minuten fest, sind das 20 Tokens pro Woche. Bei 20 Minuten pro Token wären es 30 Tokens. Die Dauer pro Token stellt ihr frei ein, in Token System optional von 1 Minute bis 24 Stunden.
Für ein Kind mit 7 Jahren und etwa einer Stunde am Tag ergeben sich rechnerisch 7 Stunden pro Woche, also zum Beispiel 14 Tokens à 30 Minuten oder 21 Tokens à 20 Minuten. Ob ihr ein Tagesbudget oder ein Wochenbudget wählt, hängt vom Alter und vom Alltag ab.
Tagesbudget oder Wochenbudget?
- Tagesbudget (jeden Tag neu): einfach und klar für jüngere Kinder. Nicht genutzte Zeit verfällt.
- Wochenbudget: gibt älteren Kindern Planungsfreiheit (viel am Wochenende, wenig unter der Woche). Verlangt etwas Selbstorganisation.
- Mit oder ohne Übertrag: Übertrag fördert Planung, kann aber zu sehr langen Sitzungen führen. Eine Obergrenze lässt sich vereinbaren.
Was zählt dazu, was nicht?
Legt vorher fest, welche Nutzung ins Budget fällt: Spiele, Videos, soziale Medien. Schule, Hausaufgaben und gemeinsames Fernsehen laufen oft separat. Wichtig ist, dass die Regel für alle gleich klingt und aufgeschrieben ist.
Was eine App kann und was nicht
Token System hält die Absprache fest, zeigt den Stand und erinnert nach dem Einlösen an das Ende, wenn eine Dauer eingestellt ist. Es sperrt keine Apps und Geräte und überwacht nichts. Dafür gibt es andere Werkzeuge, etwa die Kindersicherung auf dem Gerät. Die Regel bleibt eine Vereinbarung zwischen euch.
Weiter geht es mit dem Ratgeber Medienzeit mit Tokens regeln.
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Dieser Text ist eine Alltagshilfe für Familien und ersetzt keine fachliche Beratung. Wenn euer Kind starke Schwierigkeiten hat, sprecht mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder einer Beratungsstelle.